Gerade Stegverbindung mit Keil und senkrechtem Steg
(rundherum abgesetzter Zapfen)

Allgemeines:
- lösbare Verbindung
- hohe Haltbarkeit, bzw. Stabilität
- zierende, optische Wirkung

Regeln zur Verbindung:
- Keilschmiege 1:10
- Genügend Vorholz (Zapfenlänge),
  damit der Keil das Holz nicht abscheren lässt
- Luft hinter dem Keil, damit der Keil anziehen kann
- Keilloch nicht hinterstemmen,
  damit der Druck des Keiles sich gleichmäßig auf den Zapfen verteilt
- Rechte Seite außen (zum Keil)
- Keil möglichst aus Hartholz, dadurch höherer Druck möglich
- Keil vorher länger lassen, dann putzen, dann ablängen

steggr1.jpg (7833 Byte)

Arbeitsplan

  • Holz zuschneiden, aushobeln, ablängen und bestoßen
  • Zeichnen (Schreinerdreieck)
  • ges. Zapfenlänge an der Kante des Steges zurückreißen und überwinkeln
  • Position des Steges am Seitenteil festlegen
  • Zapfenbreite und -stärke anreißen.
  • Keil herstellen, jedoch nicht ablängen, sondern zunächst länger lassen
  • Anreißen des Keilloches mit Hilfe des Keils (ca. 3 mm Luft hinter dem Keil, damit der Keil anziehen kann)
  • Keilloch ausstemmen
  • Zapfen in der Breite absetzen und putzen
  • Zapfenstärke erneut anreißen
  • Zapfen in der Stärke absetzen putzen
  • Zapfenloch ausstemmen
  • Zapfen einpassen
  • Alle Teile putzen
  • Verbindung zusammenbauen (nicht leimen)
  • Keil einpassen und festschlagen
  • Keillänge rechtwinklig zum Seitenteil anzeichnen 
  • Keil ablängen und bestoßen
  • Kanten brechen

 

Zeichnung

 

1 = Seitenteil, aufrechtes Teil
2 = Steg, waagerechtes Teil
3 = Keil

 

Erklärungen zu den Arbeitsschritten

 
  • Konstruktionsskizze
  • Holz zuschneiden, aushobeln, ablängen und bestoßen
  • Zeichnen (Schreinerdreieck); rechte Seite nach außen
  • Anreißen des Zapfens:
  • Zapfenlänge (= Zapfenüberstand + Holzstärke des aufrechten Holzes) an der Kante des Steges zurückreißen und auf abzusetzende Seiten überwinkeln (Brüstung)
  • Zapfenbreite am Steg mit Streichmaß anreißen
    (siehe nächstes Bild)
  • Position des Steges am Seitenteil (aufrechtes Stück) durch kurze Markierung festlegen
  • Zapfenloch-Höhe (=Zapfenbreite) mit Hilfe des angerissenen Steges auf Kante des Seitenteils markieren und auf die Flächen überwinkeln.
  • Zapfenstärke am Steg mit Streichmaß anreißen
  • Zapfenloch-Breite (=Zapfenstärke) am Seitenteil mit Streichmaß anreißen. (siehe vorheriges Bild)
  • übereinstimmung des Zapfenloches mit dem Zapfen kontrollieren
  • Anreißen des Keilloches:
  • An Seitenfläche des Steges die Materialstärke des Seitenteils markieren, dazu Seitenteil an Brüstungsriss (Lichtriss) des Steges anlegen.
  • Von dieser Markierung aus gesehen den Riss für die hintere Keillochbegrenzung zurückreißen (ca. 3 mm, damit der Keil anziehen kann) und auf obere und untere Kante überwinkeln
  • Leiste für Keil (diese zunächst einige Zentimeter länger lassen) auf Stärke hobeln und gewünschte Keilgröße mit einer Schräge im Verhältnis von 1:10 aufzeichnen.
    Vorläufige Keillänge = fertige Keillänge + 2 bis 3 cm Zugabe in Richtung des breiteren Keilendes. (So kann der Keil noch nachgeschlagen werden.)
  • Keil auf Breite hobeln und fertige Länge an der Keilseite markieren. (aber noch nicht ablängen)
  • Den Keil in richtiger Höhenposition mit Hilfe eines Winkels auf die Seite des Steges an die hintere Keillochbegrenzung anlegen und die vordere Keillochbegrenzung markieren (diese Markierung dient auch später als Richtungsweiser beim ausstemmen). Diese Markierungen auf die beiden Kanten überwinkeln.
  • Keillochbreite mit dem Streichmaß anreißen
  • Ausarbeiten des Steges:
  • Keilloch ausstemmen (Achtung nicht unterstemmen, Zapfen wird später noch abgesetzt, Empfehlung: Stechbeitel statt Stecheisen)
  • Zapfen ausarbeiten:
  • Zapfen in der Breite absetzen und abgesetzte Flächen hobeln bzw. putzen (mit Putz- und doppelten Simshobel)
  • Zapfenstärke auf gehobelter Kante erneut anreißen
  • Zapfen in der Stärke absetzen und abgesetzte Flächen hobeln bzw. putzen (mit Putz- und doppelten Simshobel)
  • Ausarbeiten des Seitenteils:
  • Zapfenloch am Seitenteil ausstemmen (nicht durchstemmen, sondern jeweils von außen stemmen)
  • Zapfen einpassen
  • Alle Teile putzen
  • Verbindung zusammenbauen (nicht leimen)
  • Keil einpassen und festschlagen (dabei Zapfen auf einer Kante so auflegen, dass beim Keileinschlagen nichts ausbrechen kann)
  • Keillänge (oben und unten gleiche Abstände) parallel zum Steg anzeichnen 
  • Keil ablängen und bestoßen
  • Kanten brechen

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Berlin:
Holzverbindungen und Verbindungsmittel
Beuth Verlag GmbH
Berlin 1986, 3. unveränderte Auflage
ISBN 3-410-38386-7 (Bestellung)

weitere Grafiken von Volker Scharfe