Das Hobel-Lied

Noten Hobellied

 

 

 

Melodie (mp3)

Ferdinand Raimund aus
»Der Verschwender«, 1834
Konradin Kreuzer, 1834

 

 

 

 

1. Da streiten sich die Leut herum
oft um den Wert des Glücks.
Der eine heißt den andern dumm,
am End' weiß keiner nix.
Da ist der allerärmste Mann
dem andern viel zu reich:
Das Schicksal setzt den Hobel an
und hobelt alles Gleich!

 

2. Die Jugend will stets mit Gewalt
in allem glücklich sein.
Doch wird man nur ein wenig alt,
da gibt man sich schon drein.
Oft zankt mein Weib mit mir, o Graus!
Das bringt mich nicht in Wut.
Da klopf ich meinen Hobel aus
Und denk: du brummst mir gut!

 

3. Zeigt sich der Tod einst, mit Verlaub,
und zupft mich: Brüderl kumm!
Da stell ich mich ein wenig taub
und schau mich gar nicht um.
Doch sagt er: "Lieber Valentin,
mach keine Umständ, geh!"
So leg ich meinen Hobel hin
und sag der Welt ade!

 

weitere hinzugedichtete Strophen (Urheber unbekannt):

Ein Tischler, wenn sein War gefällt,
hat manche frohe Stund.
Das Glück ist doch nicht in der Welt
mit Reichtum bloß im Bund.
Seh ich so viel zufried'nen Sinn,
da flieht mich alles Weh.
Da leg ich nicht den Hobel hin,
sag nicht der Kunst: Adje