Douglasie

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Douglasie (DG) oder (DGA)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Douglasie (PSMN, EU), amerikanische Douglasie (PSMN, AM)

 

Oregon Pine (Pseudotsuga menziesii), Douglasie, Douglas Fir, Red Fir, Yellow Fir
Die Bezeichnungen Pine (= Kiefer) und Fir (= Fichte) sind botanisch falsch.
Immergrüne Nadelbäume. Vorkommen: Westküste Nordamerikas von Britisch-Kolumbien bis Kalifornien, vor allem in Oregon.

Bilder: Baum und Rinde

Douglasie Douglasie

Familie: Pinaceae

Douglasie (Pseudotsuga menziesil)
Immergrüner Nadelbaum mit regelmäßig aufgebauter, kegeliger Krone, bis etwa 50 m hoch, im Ursprungsgebiet bis annähernd 100 m. Rinde dunkel graugrün mit Harzblasen, später schwärzlich und breit und tief gefurcht. Junge Triebe gelblich bis graugrün. Knospen sehr spitz, braun. Nadelblätter 2-3,5 cm lang, linealisch, stumpf oder etwas zugespitzt, dunkelgrün, oberseits gefurcht, unterseits mit 2 deutlichen Längsstreifen, 2 Harzkanäle vorhanden. Männliche Zapfen in Nadelachseln an vorjährigen Trieben; weibliche Zapfen endständig, 5-10cm x 2-5cm, länglich-eiförmig, hängend, Reife im 1.Jahr, hellbraun, mit runden Samenschuppen und lang heraushängenden Deckschuppen, diese mit 3 Spitzen. Blütezeit Mai. Ursprünglich im pazifischen Küstengebiet Nordamerikas. In Europa vielfach forstlich kultiviert.

Großzapfige Douglasie (Pseudotsuga macrocarpa) Syn. Pseudotsuga douglasii var. macrocarpa
Heimisch in Kalifornien, gelegentlich in Gärten angepflanzt. Höhe 10-30 m. Blüht im April. Zapfen 10- 17 cm lang, 5-8 cm dick. Die dreizackigen Deckschuppen ragen nur wenig über die Samenschuppen hinaus. Nadeln  leicht gebogen, matt-blaugrün, unterseits zwei weiße Längsstreifen, an unteren Zweigen gescheitelt. Rinde blaugrau mit weiten, rötlich-braunen Rissen.

Küsten-Douglasie - Grüne Douglasie (Pseudotsuga menziesii) Syn. Pseudotsuga dougglasii, Pseudotsuga taxifolia
Heimisch im westlichen Nordamerika, von Britisch-Kolumbien bis Kalifornien und Neumexiko. In Gärten, Parks und Forsten in Europa angebaut. Bedeutende Nutzholzart. Höhe 60-90 m, maximal über 100 m. Blüht im März bis April. Nadeln gescheitelt oder nach allen Seiten abstehend, sehr dicht bis sehr locker, unterseits 2 Stomatareihen, bei Zerreiben aromatischer, zitronenartiger Geruch. Rinde an alten Bäumen stark borkig, dunkelrot-braun, rau mit tiefen, weiten Rissen.

Graue Douglasie (Pseudotsuga menziesii var. glauca)
Diese auch als Unterart angesehene Varietät ist heimisch in den kontinentalen östlichen Felsengebirgen von Montana bis Mexiko, gelegentlich in Arboreten angebaut. Höhe 25@ m, blüht im März bis April, männliche Blüten (rechts) stumpf-rötlich, 0,8 cm, weibliche Blüten dunkelrot, 1,8 cm. Zapfen (rechts außen) bis 8 cm lang, dreispitzige Deckschuppen nach außen gekrümmt. Nadeln (S. 16) blau-grün, bereift, nicht glänzend, 1,5-2,5 cm lang, wenig aromatisch. Rinde dunkelgrau-braun und schuppig.


Baumbeschreibung:

Sehr hohe, gradschäftige, zylindrische Bäume, bis 25 m astfrei, bei Durchmessern von 80 bis 200 cm, gelegentlich sind sehr alte Bäume auch noch stärker.

Holzbeschreibung: Douglasie

Farbe: Der etwa 3 bis 6 cm breite Splint ist weiß bis gelblichgrau. Das Kernholz hat eine hellgelblichbraune bis rotbraune Färbung, die am Licht noch deutlich nachdunkelt (Kernholzbaum).

Struktur: Ein porenloses Holz mit einem durch das helle Frühholz scharf begrenzten und durch die dunklen Spätholzzonen bestimmten, engstreifigen Strukturbild, wodurch es dem Lärchenholz ähnelt. Feinjähriges und damit älteres Holz mit Jahrringbreiten von 1 mm und entsprechend schmalen Spätholzzonen ergibt ein helles, als Yellow Fir bezeichnetes Kernholz; das gröbere, dunklere heißt Red Fir. Lebhafte tangentiale Fladerzeichnung. Die feinen Holzstrahlen sind nur als Spiegel erkennbar. Harzkanäle mit leicht flüchtigen, aromatischen Balsameinlagerungen.

Eigenschaften:

Mäßig schwindend, sehr gutes Stehvermögen. Das Holz besitzt gute Festigkeitseigenschaften, die denen der Kiefer überlegen sind, es ist weich, grobfaserig sehr zäh und dauerhaft; es lässt sich leicht spalten. Das in Europa gewachsene weitringigere Douglasienholz ist jedoch weniger fest. Witterungsfest. Nachträglicher Harzaustritt störend.

Verarbeitung: Furnierherstellung: Vorzugsweise Sägen, jedoch auch Schälen und Messern. Lässt sich gut bearbeiten, wenn auch der Harzgehalt die Werkzeugschneiden verschmutzt. Stark grobjährige Hölzer neigen zu wolligen Flächen und beim Stemmen oder Nageln zum Platzen. Rifts, d. h. Hobelbretter mit zu 90 Prozent aufrechtstehenden Jahrringen, lassen sich gut erzeugen. Die Kammertrocknung bereitet keine Schwierigkeiten, jedoch kann bei größeren Stärken an der Oberfläche feine Rissbildung auftreten. Um Harzaustritt zu vermeiden, sollte eine langsame und sorgfältige Trocknung vorgenommen werden. Für die Außenverwendung empfehlen sich pigmentierte Imprägnierlasuren. Unbehandeltes Holz verfärbt sich grau. Für die Innenverwendung benutzt man farblose und pigmentierte Imprägnierlasuren sowie Mattierungen, Klar- und Farbwachse. Es können auch Lacke verwendet werden, sofern ein besonderer Oberflächenschutz notwendig ist.

Beständigkeit:

Harzaustritt bei stärkerer Erwärmung, Verblauung, in Verbindung mit Feuchtigkeit und Eisenmetallen Reaktionsverfärbungen, die farblich einer Pilzbläue ähneln. Dunkle, spindelförmige Harztaschen mindern den Wert von Messerfurnieren sehr. Mäßig beständig gegen Pilzbefall.

Verwendung:

Als Vollholz für den Schiffsbau (Decks), Eisenbahnschwellen sowie für Konstruktionen, Rahmen, Türen, Fensterbau, Fußböden, Treppen, Leitern. Bei besonders ausgeprägte Struktur für Profilbretter, Brüstungen; als Sperrholz für Ausstattungen auf Grund ausdrucksvoller Streifer- und Fladerzeichnung. Als farbstreifiges Messerfurnier im Möbelbau. Es dient auch der Zellstoffindustrie.


   Daten:

- Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: DGA (amerikanische Herkunft) 
DG (einheimisches Doulasienholz) 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,51 - 0,56 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,35 - 0,77 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 445 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,15 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,27 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: 0,11 - 0,12 W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 12000 N/mm2

 

EIr = 900 N/mm2

 

EIt = 700 N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = 800 N/mm2

 

long /tangential = 900 N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 82 - 105 N/mm2 | 2,3 - 2,4 N/mm2
- Druckfestigkeit: 46 - 53 N/mm2
- Quetschgrenze: 5,3 - 6,5 N/mm2
- Biegefestigkeit: 80 - 99 N/mm2
- Scherfestigkeit: 7,0 - 8,5 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: 15 N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 38 - 60 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: 28 N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 50 N/mm2
HB  = 20 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 30 - 32 N/mm2
HJ  = 27 - 28 N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]