Kirschbaum -KB-

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Kirschbaum (KB)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Kirschbaum (PRAV, EU), amerikanischer Kirschbaum (PRSR, AM), indischer Kirschbaum (-)

 

Kirschbaum (Prunus avium),  Cherry, Cerisier, Vogelkirsche, Süßkirsche
Sommergrüne, laubwerfende oder immergrüne Bäume und Sträucher. Etwa 200 Arten in den gemäßigten Breiten. Viele Arten werden als Obst- und Zierbäume gepflanzt. Neigung zur Bastardierung, für die Ableitung und Entwicklung kultivierter Formen von großer Bedeutung. Manche Arten werden schon so lange kultiviert, dass Wildpflanzen und Ursprungsgebiet unklar sind. Besonders begehrt sind Schweizer Herkünfte. In den USA wächst die ähnliche Prunus serotina = Black Cherry (wird importiert).

Bilder: Baum und Rinde

Kirschbaum Kirschbaum

Familie: Rosaceae

Prunus: Kirsch oder Pflaume

Süß-Kirsche, Vogel-Kirsche (Prunus avium)
Laubwerfender Baum bis etwa 30 m Höhe mit breiter, gewölbter Krone und dickem, oft ansehnlichem Stamm. Rinde rötlich-braun, glänzend, ringförmig ablösend, waagrechte Streifen mit Lentizellen. Äste weit auseinanderstrebend. Junge Zweige glatt, rötlich. Blätter 8-15 x 4-7 cm, oval bis verkehrt-eiförmig, mit langer, schlanker Spitze, am Rande tief unregelmäßig gezähnt, oberseits glatt, dunkelgrün, unterseits in den Achseln der Blattnerven behaart. Blattstiel 2-5 cm lang, mit 2-3 auffälligen, roten Nektardrüsen. Blüten meist zu 2-6 auf 2-5 cm langen Stielchen, kurz vor dem Laubaustrieb erscheinend. Kronblätter 0,9-1,5 cm lang, kugelig, vorne etwas eingedrückt, dunkel purpurrot, seltener gelblich. Stein glatt. Blütezeit April bis Mai. Stammart der kultivierten Süßkirschen.

Sauer-Kirsche, Weichsel (Prunus cerasus) bis 8 m Höhe, mit kaum entwickeltem Stamm. Ursprünglich wohl in Südwestasien. In Europa in vielen Kulturvarietäten wegen der säuerlichen Früchte angebaut (Schattenmorellen). Stellenweise auch eingebürgert.

Sargents-Kirsche (Prunus sargentii) bis 25 m hoch, in Kultur meist wesentlich kleiner. Ursprünglich nur in Nord-Japan. In Europa in Parks und Gärten als Zierbaum gepflanzt, oft auf Prunus avium veredelt.

Japanische Kirsche (Prunus serrulata) bis etwa 15m Höhe, meist jedoch kleiner. Sie werden seit langer Zeit vor allem wegen ihrer Blütenpracht gepflanzt. Vermutlich stammen sie von einer chinesischen Art ab, die schon frühzeitig nach Japan eingeführt wurde.

Yoshino-Kirsche (Prunus x yedoensis) Der vorigen Art recht ähnlich. Hybride Form aus Ostasien, die gelegentlich in Gärten gepflanzt wird.

Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus) bis etwa 17 m Höhe. In Europa in feuchten Wäldern und entlang von Flussläufen weit verbreitet. Gelegentlich auch als Zierbaum.

Berg-Kirsche (Prunus subhirtella) im Ursprungsgebiet Japan bis 20 m Höhe, in Kultur meist wesentlich kleiner. Wegen der Blütenpracht häufig in Gärten und Parks angepflanzt.

Tibet-Kirsche (Prunus serruia) ähnlich wie die vorige Art. Wegen der Schmuckrinde gelegentlich in Parks angepflanzt.

Steinweichsel, Felsen-Kirsche (Prunus mahaleb) nicht über 12 m Höhe. In Mittel- und Südeuropa beheimatet. Vor allem an warmen, trockenen, steinigen Standorten. Verschiedene Kulturformen als Ziergehölz angepflanzt.

Späte Traubenkirsche (Prunus serotina) bis etwa 30 m Höhe mit kräftigem Stamm. Ursprünglich in Nordamerika. Vielfach als Park- und Zierbaum gepflanzt.

Virginische Traubenkirsche (Prunus virginiana) nur bis 5 m hoch. Rinde nicht aromatisch. Nordamerika. Gelegentlich in Parks und Gärten gepflanzt.

Portugiesische Lorbeerkirsche (Prunus lusitanica) Strauch oder Baum von 3-8 m Höhe (selten bis 20 m). In Südwestfrankreich, Spanien und Portugal, sonst nur als Zierbaum angepflanzt.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) bis 8 m Höhe. Ursprünglich auf der östlichen Balkanhalbinsel. Seit dem 16. Jahrhundert in weiten Teilen Europas angepflanzt und stellenweise eingebürgert.

Weitere Arten der Gattung Prunus:
Pfirsich
(Prunus persica) Ursprung China. In Südeuropa gelegentlich verwildert. Häufig angepflanzt.
Mandel (Prunus dulcis) bis 8m, Zentralasien beheimatet. Im Mittelmeergebiet häufig kultiviert.
Aprikose (Prunus armeniaca) bis 10m. In Südeuropa häufig kultiviert. Ursprünglich Zentralasien.
Kirsch-Pflaume (Prunus cerasifera) bis 8m, ursprünglich Balkanhalbinsel und Krim. In Südeuropa häufig.
Alpen-Pflaume (Prunus brigantinä) bis 7m. In den Südwestalpen auf trockenen Hängen. Italien, Frankreich.
Schlehe, Schwarzdorn (Prunus spinosa) bis 6m. In Europa weit verbreitet. In Feldgehölzen, an Waldrändern.
Kultur-Pflaume (Prunus domestica) bis 12m. In weiten Teilen Europas kultiviert.
Die Haforschlehe (PrunusinsidiUa) Die Mirabelle-Gruppe unter den Kultur-Pflaumen gehört im wesentlichen zu dieser Form.
Kahle Pflaume (Prunus cocomilla) etwa 8-10m. In den Gebirgen Süditaliens, Siziliens und des Balkans.


Baumbeschreibung:

Kleine Bäume mit Stämmen bis 5 m astfrei, Durchmesser 30 bis selten 100 cm.

Holzbeschreibung: Kirschbaum

Farbe: Der Splint ist schmal und rötlichweißgrau. Der Kern wenig dunkler bis hellrötlichbraun mit etwas gelber Tönung, gelegentlich grünstichig und grünstreifig, zu Orangerotbraun nachdunkelnd.

Struktur: Die feinen Gefäße sind im Frühholz etwas größer und sehr dichtstehend, halbringförmig angeordnet. Die Frühholzporen bilden eine auffällige, etwas dunklere Fladerung, das dunklere Spätholz bewirkt Längsstreifung. Die Porenrillen sind gelegentlich mit Kernstoffen gefällt und fallen dann als dunkle Linien auf. Deutliche Zuwachszonen. Die zahlreichen, feinen, dichtstehenden Holzstrahlen sind gut als hellglänzende Spiegel sichtbar. Gehobelte Flächen sind schwach glänzend.

Eigenschaften:

Mäßig schwindend, im Splint stärker, mäßig hart, elastisch und fest. Das Holz hat einen angenehmen Geruch.

Fehler: Krümmungen, Drehwuchs

Trocknung: Die Trocknung verläuft bei sehr vorsichtiger Steuerung ohne Schwierigkeiten, jedoch neigt das Holz zum Werfen. Gedämpftes Kirschholz steht besser.

Verarbeitung: Vorwiegend Messern, gelegentlich Sägen. Es ist leicht zu sägen und zu spalten. Lässt sich gut verleimen. Gut zu beizen und zu polieren, durch Alkalien leicht nachzudunkeln. In Berührung mit Metallen leicht verfärbbar.

Beständigkeit:

Nicht witterungsfest; anfällig für Pilze und Insekten.

Verwendung:

Ausgesprochenes Ausstattungsholz für anspruchsvollen Innenausbau. Als helles, dekoratives Furnier für Möbel zunehmend in Mode gekommen, besonders für gebogene Teile, ferner für Bürsten- und Messergriffe, Galanteriewaren, kunstgewerbliche Gegenstände, Musikinstrumente, Intarsia.


   Daten:

- Kirschbaum (Prunus avium)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: KB 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,60 - 0,63 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,52 - 0,70 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 491 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,16 - 0,18 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,26 - 0,30 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: k.A. W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 10000 N/mm2

 

EIr = k.A. N/mm2

 

EIt = k.A. N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = k.A. N/mm2

 

long /tangential = k.A. N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 98 N/mm2 | k.A. N/mm2
- Druckfestigkeit: 45 - 55 N/mm2
- Quetschgrenze: k.A. N/mm2
- Biegefestigkeit: 85 - 110 N/mm2
- Scherfestigkeit: 14,8 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Bruchschlagarbeit: k.A. kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 51 -59 N/mm2
HB  = 31 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 51 N/mm2
HJ  = k.A. N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]