Robinie -ROB-

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Robinie (ROB)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Robinie (ROPS, AM)

 

Robinie (Robinia pseudoacacia), Falsche Akazie, Schotendorn, Yellow Locust
Sommergrüner Baum, ursprünglich im südöstlichen Nordamerika (Virginia) beheimatet, heute in Mittel- und Südosteuropa, bes. Ungarn.

Bilder: Baum und Rinde

Robinie

Familie: Fabaceae

Scheinakazie (Robinia pseudoacacia)
Sommergrüner Baum, angebaut als Zierbaum, in Schutzpflanzungen, auch zur Holzerzeugung, verwildert auf Ödland und an Bahndämmen. Höhe bis 25-30 m. Wurzelbrut bildend. Weiße duftende Schmetterlingsblüten in dichten Trauben, 10-20 cm lang, Einzelblüten 1-2cm lang. Schotenfrucht 5-11 cm lang, 4-8 nierenförmige, braune Samen, leere Schoten verbleiben bis zum nächsten Jahr. Unpaarige Fiederblätter 15-20 lang, 7-19 Blättchen. Die Zweige tragen kurze, kräftige Dornen. Rinde dunkelbraun und tiefrissig. Zahlreiche Garten-Sorten, darunter Robinia pseudoacacia "Frisa" mit goldgelben Blättern.

Verwandte Arten:

Klebrige Scheinakazie (Robinia viscosa)
Sommergrüner Baum, heimisch in Carolina und vielen Teilen der östlichen USA verwildert, angebaut als Zierbaum in der ganzen gemäßigten Klimazone. Höhe etwa 12 m.


Baumbeschreibung:

Häufig etwas unförmige Bäume mit Durchmessern bis 80 cm und astfreien Stammschäften bis 10 m.

Holzbeschreibung:

Kiefer

Farbe: Schmales, hellgelbes bis grünliches Splintholz, davon scharf abgesetzt das Kernholz, von Gelbgrün bis Grünlichblau zu Goldbraun nachdunkelnd. Gehobelte Flächen goldglänzend.

Struktur: Große Gefäße im Frühholz als helle Punkte ringförmig angeordnet. Spätholzporen durch feine und helle Speicherzellenfelder markiert. Zerstreute, sehr feine, unregelmäßig angeordnete Holzstrahlen, die im Spiegelschnitt als hellglänzende Bandstücke erscheinen. Die groben Porenrillen sind deutlich. Streifung bzw. Fladerung, hervorgerufen durch die scharf abgesetzten Jahrringe, bestimmen das Holzbild.

Eigenschaften:

Das Holz ist mäßig schwindend. Hart, fester als Eiche, elastisch und sehr biegefähig sowie zäh.

Fehler: Krümmungen, Drehwuchs
Gefahren: Staub kann beim Menschen zu Dermatitisschäden führen

Trocknung: Die Trocknung erfolgt mäßig gut und langsam

Verarbeitung: Vorwiegend Sägen. Nur vereinzelte, hervorragende Stücke als Messerholz. Lässt sich gut bis mäßig gut bearbeiten, jedoch ausgezeichnet drechseln und schnitzen, neigt zum Werfen und Reißen. Nägel und Schrauben sollten vorgebohrt werden; kann nur mäßig gut verleimt werden, da starke Verthyllungen sehr hinderlich sind. Gehobelte, saubere Flächen sind glänzend und von einer harzigen Glätte. Alle üblichen Oberflächenbehandlungen sind geeignet.

Beständigkeit:

Ziemlich pilz-, insekten- sowie witterungsfest. Auch im Wasser dauerhaft.

Verwendung:

Parkett, Wagnerarbeiten sowie unter Tage im Bergbau, Karosseriebau, Erd- und Wasserbauten; Konstruktionsholz für starke Beanspruchungen im Maschinenbau. Ferner für Schiffs- und Glasernägel sowie Schuhstifte, Turngeräte und für Wassermühlen, Gerberei, Färberei.


   Daten:

- Robine (Robinia pseudoacacia)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: ROB 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,73 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,58 - 0,90 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 644 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,24 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,38 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: k.A. W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 13500 N/mm2

 

EIr = k.A. N/mm2

 

EIt = k.A. N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = k.A. N/mm2

 

long /tangential = k.A. N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 148 N/mm2 | 4,3 N/mm2
- Druckfestigkeit: 59 - 73 N/mm2
- Quetschgrenze: 13 - 19 N/mm2
- Biegefestigkeit: 120 - 150 N/mm2
- Scherfestigkeit: 16 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 110 - 150 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 74 N/mm2
HB  = 48 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 87 N/mm2
HJ  = 77 N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]