Birnbaum

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Birnbaum (BB)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Birnbaum (PYCM, EU)

 

Birne (Pyrus), Poirier, Pear
Sehr umfangreiche Pflanzenfamilie mit annähernd 3000 Arten. Kräuter, Sträucher und Bäume. Sommergrüne Bäume mit einfachen, gezahnten Blättern, charakteristisch geformten Früchten mit grießig-körnigem Fruchtfleisch. Vorkommen im wärmeren Mittel- und Südeuropa bis nach Vorderasien hineinreichend sowie von Westasien bis Sibirien.

Bilder: Baum und Rinde

Birnbaum Birnbaum

Familie: Rosaceae (Rosengewächse)

Mandelblättrige Birne (Pyrus amygdaliformis)
Heimisch im südlichen Europa, vor allem im Mittelmeergebiet, gelegentlich als Zierbaum in anderen Teilen Europas angebaut. Höhe bis 12 m, auch buschig. Blüht im April, Blüten 2,5 cm breit, in Büscheln zu 8-12, gelegentlich mehr. Früchte mehr kugelig als birnenförmig, 2,5 cm breit, reifen gelblich-braun im Oktober. Blätter sehr variabel, gewöhnlich schmal, 3-6 cm lang, 1-2 cm breit, anfangs mit hellen Härchen, später kahl und glänzend an der Oberseite, Unterseite fast haarlos.

Gemeine Birne / Kultur-Birne (Pyrus communis)
Vermutlich eine Kreuzung zwischen Zuchtsorten und Wildarten. Verwildert in fast ganz Europa, in vielen Sorten in Obstgärten und Gärten angebaut. Ursprünglich wohl in Westasien. Höhe 10-15 m. Blüht im April bis Mai, Blüte 2,5-4 cm breit, in Büscheln, Frucht charakteristisch birnenförmig, bis über 10 cm lang, reift im Herbst gelb, gelbgrün bis rot, Fruchtfleisch süß. Blätter ebenfalls variabel, meist mehr oder weniger oval, in der Jugend gelegentlich behaart, später kahl. Rinde dunkelbraun und kleinschuppig.

Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia)
Heimisch im Kaukasus und in Kleinasien, südlich und südwestlich des Kaspischen Meeres. Als Zierbaum in Europa in Gärten angepflanzt. Höhe um 6 m. Blüht im April, Blüten 1,8 cm breit. Frucht um 2,5 cm lang, nicht sehr schmackhaft. Blätter anfangs seidig behaart, später oberseits dunkelgrün und kahl. Die mehr hängende Pyrus salicifolia 'Pendula' wird häufig angebaut.

Echte Quitte Cydonia obionga) Kleiner Baum bis etwa 7,5 m Höhe mit breiter, ausladender Krone auf kurzem Stamm. Ursprünglich in Asien. Auch im Mittelmeergebiet als Wildpflanze weit verbreitet.

Herz-Birne (Pyrus cordata) Kleiner, schlanker Baum oder Strauch bis etwa 8 m Höhe. Nicht allzu häufig. Wildwachsend in Gebüschen und Hecken in Westeuropa von Irland bis Portugal.

Holz-Birne (Pyrus pyraster) Baum zwischen 8 und 20 m Höhe mit rundlicher Krone. Vereinzelt in Gebüschen und lichten Wäldern, manchmal zur Wildäsung angepflanzt. In Mittel- und Westeuropa weit verbreitet. Auch im Mittelmeergebiet heimisch.

Iberische Birne (Pyrus bourgaeana) Kleiner Baum bis etwa 10 m Höhe. Nur in Spanien und Portugal.

Kleinasiatische Birne (Pyrus eiaeagnifolia) Kleiner Baum oder Strauch. Nur an trockenen Standorten in Süd- und Südosteuropa. Vereinzelt.

Aurelische Birne (Pyrus saivifolia) Kleiner Baum bis etwa 10 m Höhe. Gelegentlich angebaut und in einigen Ländern Europas (Belgien, Frankreich, Österreich) verwildert.

Schnee-Birne (Pyrus nivalis) Baum von etwa 8-20 m Höhe. In trockenen, lichten Wäldern und an sonnigen Standorten in Südosteuropa.

Österreichische Birne (Pyrus austriaca) Mittelgroßer Baum bis etwa 20 m Höhe.


Baumbeschreibung:

Kleine, schwach dimensionierte Bäume in Durchmessern von 30 bis 50 cm, bis auf etwa 4 bis 6 m astfrei, wobei die Wildformen bevorzugt werden.

Holzbeschreibung:

Birnbaum

Birnbaum (altes Bild)

Farbe: Ein Reifholzbaum, der selten eine Kernbildung aufweist, deshalb kein Farbunterschied zwischen Splint- und Kernholz, sondern eine einheitliche blassgraue bis rötlichbraune Färbung, die bei älteren Stämmen oft in ein intensives Rot übergeht. Letzteres kann stark bräunlich nachdunkeln, jedoch ist der Farbton sehr vom Wuchsstandort abhängig.

Struktur: Sehr feine, zerstreute, zahlreiche Poren, die frei kaum erkennbar sind. Die Jahrringe sind meist etwas undeutlich und nur durch dunklere Spätholzzonen sichtbar. Tangential gelegentlich feine Fladerung, radial feine Spiegel von den zahlreichen Holzstrahlen; öfter Strich- und kleinflächige Markflecken. Ein gleichmäßig strukturiertes, feines, dichtes, häufig geflammtes Holz (= Wimmerwuchs).

Eigenschaften:

Ein hartes, festes Holz, dessen technologische Eigenschaften in Abhängigkeit vom Wuchsstandort erheblich schwanken können. Mäßig schwindend. Neigt zum Werfen. Oft ziemlich spröde und dadurch leicht springend.

Verarbeitung: Vorwiegend Messern und Sägen. Vor der Einmesserung muss das Rundholz gedämpft werden, um ein Egalisieren und Vertiefen der hellrötlichen Farbe zu erreichen. Mit allen Werkzeugen sauber und gut zu bearbeiten. Das Holz muss sehr langsam und vorsichtig getrocknet werden. Die Oberflächenbehandlung ist mit allen üblichen Mitteln gut.

Beständigkeit:

Nicht witterungsfest, anfällig gegen Pilz- und Insektenbefall. Neigt zur Kernfäule.

Verwendung:

Für anspruchsvolle Möbelfurniere und Innenausstattung; geflammte Furniere sind besonders begehrt. Als Vollholz für Musikinstrumente, Druckstöcke, Werkzeuge, z. B. Hobel, für Zeichengeräte sowie, schwarz gefärbt, zur Ebenholzimitation. Verwechslungen mit Apfel-, Weißdom- und Vogelbeerenholz können vorkommen.


   Daten:

- Birnbaum (Pyrus communis)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: BB 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,74 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,69 - 0,80 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: k.A. kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,15 - 0,16 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,30 - 0,36 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: k.A. W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 7900 - 8000 N/mm2

 

EIr = k.A. N/mm2

 

EIt = k.A. N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = k.A. N/mm2

 

long /tangential = k.A. N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : ~100 N/mm2 | 5,3 N/mm2
- Druckfestigkeit: 46 - 54 N/mm2
- Quetschgrenze: k.A. N/mm2
- Biegefestigkeit: 75 - 98 N/mm2
- Scherfestigkeit: k.A. N/mm2
- Torsionsfestigkeit: 23 N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 31 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 60 N/mm2
HB  = 32 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 79 N/mm2
HJ  = k.A. N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]