Workshop - Schneiden schmaler Werkstücke

Das Schneiden von schmalen Werkstücken

Fast jeder zweite Unfall an Tisch- und Formatkreissägemaschinen passiert beim Schneiden von schmalen Werkstücken. Das ist eigentlich verwunderlich, denn dieser Arbeitsgang kann mit einfachen Schutzeinrichtungen sehr wohl genau und sicher durchgeführt werden. Von schmalen Werkstücken wird gesprochen, wenn der Abstand zwischen Anschlag und Kreissägeblatt 120 mm oder kleiner ist. Die rechte Hand "paßt" dann beim Führen des Werkstückes nicht mehr voll in den Zwischenraum. In diesem Fall ist ein Schiebestock oder ein Schiebeholz als "verlängerte Hand" zum Führen des Werkstückes notwendig.

Zum Führen von schmalen Werkstücken ist ein Schiebestock als "verlängerte Hand" notwendig.

 


Was tun, wenn die Schutzhaube keinen Platz hat?
Müssen sehr schmale Werkstücke (Breite 30 mm oder weniger) geschnitten werden, zum Beispiel Anleimer, ergeben sich zwei Probleme: Zum einen paßt die Hand, oft sogar auch der Schiebestock, nicht mehr zwischen Anschlag und Sägeblatt. Zum anderen muß der Parallelanschlag so weit an das Sägeblatt herangeschoben werden, daß auch die abgesenkte Schutzhaube keinen Platz mehr hat. Jetzt ist folgendes zu tun:

  1. Niedrigen Hilfsanschlag anbringen, leider ist immer noch zu wenig bekannt, daß bei Maschinen ab Baujahr 1980 der Parallelanschlag durch Umlegen auch als niedriger Hilfsanschlag verwendet werden kann.
  2. Zum Nachschieben des Werkstückes ein Schiebeholz mit Wechselgriff verwenden.

Zum Führen von sehr schmalen Werkstücken ist ein Schiebeholz, am besten mit einem Wechselgriff versehen, das richtige Hilfsmittel.

 


Als Schiebeholz kann ein Abfallstück dienen, das zu diesem Zweck abgerichtet und rechteckig zugeschnitten wird. Das Schiebeholz ist ein Verschleißteil, weil es beim Herstellen sehr schmaler Werkstücke in der Regel eingeschnitten wird. Deshalb ist es besonders wirtschaftlich, einen Wechselgriff anzubringen. Wechselgriffe sind im Fachhandel erhältlich. Probieren Sie aus, was wir Ihnen hier an kleinen Tips mitgegeben haben. Sie werden sehen, daß das Schneiden schmaler Werkstücke auf diese Weise nicht nur schneller, sondern auch sicherer wird. Und das nützt beiden: Dem Unternehmen und dem Beschäftigten, dessen Sicherheit bei solchen Arbeiten immer sehr schnell auf dem Spiel stehen kann.

© Rainer Klein, Holz-Berufsgenossenschaft

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)
Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), 55124 Mainz