Workshop - Abrichten schmaler Werkstücke

Abrichten und Fügen schmaler Werkstücke

Über 600 Unfälle an Abrichthobelmaschinen waren leider auch im Jahr1999 wieder zu verzeichnen. Ein Unfallschwerpunkt war das Abrichten und Fügen schmaler Werkstücke. Hauptunfallursachen waren das Nichtverwenden der Schutzvorrichtungen und eine falsche Handhaltung. Für manchen sicher schwer zu verstehen, denn diese Arbeitsgänge lassen sich mit einfachen Schutzeinrichtungen sicher und genau durchführen. Hier sind einige wichtige Tips:

Hobelmesserwelle verdecken


- mit Klappschutz
Bei Abrichthobelmaschinen mit einem Klappenschutz als vordere Werkzeugverdeckung muß immer von vorne nach hinten gerüstet werden. Nur dann ist sichergestellt, daß der gesamte nicht benötigte Teil der Hobelmesserwelle verdeckt ist. Die einzelnen Schritte gehen folgendermaßen vor sich:

  • Zuerst wird der vordere Teil der Messerwelle mit dem Klappenschutz verdeckt, (Bild 1)
  • anschließend die Fügeleiste dicht an den Klappenschutz gestellt und
  • zum Schluß der Hilfsanschlag so eingestellt, daß ein leichter seitlicher Druck auf das Werkstück erfolgt.
Bild 1: Abrichthobelmaschine mit einem Klappenschutz

- mit Schwingschutz
Wenn ein Schwingschutz (Bild 2) als vordere Werkzeugverdeckung verwendet wird, ist keine besondere Reihenfolge beim Einrichten der Maschine zu beachten. Aber auch hier muß der Hilfsanschlag verwendet werden, um eine sichere Auflagefläche für die Hände zu haben.
Bild 2: Abrichthobelmaschine mit einem Schwingschutz 

 

- mit Brückenschutz
Wem das Einstellen der im Bild gezeigten Klappenverdeckung und der Fügeleiste zu umständlich ist, der kann seine Maschine mit einem Brückenschutz umrüsten. Der Brückenschutz hat im Gegensatz zur Klappenverdeckung einen höheren Bedienungskomfort, wobei sogar die Messerwelle nach dem Arbeitsgang automatisch wieder verdeckt wird. Auch bei Verwendung des Brückenschutzes kann der Hilfsanschlag die Werkstückführung verbessern. (Bild 3)

Bild 3: Abrichthebelmaschine mit einem Brückenschutz

 

Hilfsanschlag als Auflage- und Führungsfläche
Wie auf den Photos zu sehen ist, bietet der Hilfsanschlag beim Hobeln schmaler Werkstücke eine gute Auflage- und Führungsfläche für die Hände. Der Hilfsanschlag sollte dabei nicht schmäler als 65 mm und nicht höher als 25 mm sein.

Beim Profi stimmt alles, Einstellung und Haltung
Doch mit welchem der drei Systeme Sie in Ihrem Betrieb auch arbeiten, denken Sie immer daran: Bei Profis stimmen die Einstellung und die (Hand-)Haltung.

© Rainer Klein, Holz-Berufsgenossenschaft

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)
Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), 55124 Mainz